„Ich zeige Gesicht für mehr Personal im Krankenhaus, weil ich während der Geburtseinleitung 4 Tage auf der Wochenbettstation und im Kreißsaal des Sana-Krankenhaus (Oskar-Ziethen) in Lichtenberg verbracht habe. Soweit ich das beurteilen kann, ist die Geburtshilfe großartig eingerichtet. Einzig an Personal mangelt es. So hat eine Hebamme mich eines Nachts ca. 22:30 vom CTG abgekoppelt und am nächsten Morgen ca. 08:30 wieder ans CTG angestöpselt. Sie summte ein Lied und ich wunderte mich über die gute Laune trotz kurzer Nacht. Da bestätigte sie mir, dass sie mit Fahrtwegen und Einschlafproblemen nur ca. 2-3h Schlaf hatte. Ich war schockiert und fasziniert zugleich, dass trotz schlechter Personalorganisation die Hebammen und Ärzte nichts auf die Patienten übertragen! In der Nacht der Geburt wurden neben mir noch 3 weitere Frauen eingeleitet und 2 weitere Frauen wurden zur Geburt eingeliefert. Auf diese 6 Frauen kamen 2 Hebammen und ein Arzt. Während meiner 22h am Wehentropf fühlte ich mich äußerst vernachlässigt. Um jeden Handschlag der Geburtshilfe musste ich betteln, wenig wurde mir vorgeschlagen. Da aber permanent Schreie aus den anderen Kreißsäalen zu mir drangen, dachte ich, dass die Geburt der anderen Vorrang hat. Später erfuhr ich aber, dass ich als Erste die Geburt um 07:00 beendete. Ich war wiedermal schockiert. Die letzte halbe Stunde der eigentlichen Geburt selbst wurde von Arzt und Hebamme unglaublich professionell vollzogen. Wenn man 4 Frauen am Wehentropf hat, ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass diese 4 Frauen auch in den nächsten 24h entbinden. Leider sind das bei weitem nicht die Geburten, die schnell und leicht sind! Dazu kommen plötzlich eingelieferte Schwangere. Meiner Meinung nach ist es unverantwortlich, nur 2 Hebammen vor Ort zu haben, wo das Problem durch Organisation sehr leicht zu lösen ist.Wir haben ein paar Tage später eine Packung Toffifee im Kreißsaal verbunden mit unserem Dank gelassen. Wir sind immer noch fasziniert und dankbar, dass die Hebammen und Ärzte unter diesem Druck Ihre Professionalität nicht verlieren. Eine Schande ist es, dass so motiviertes Personal so gebeutelt wird. ”

(C) 2013 ver.di - Fachbereich Gesundheit & Sozialeszuletzt aktualisiert: 27.06.2017