Nachdem uns ein Stellenabbau von 15-20 Vollkräften zur Sicherung des Budget 2014/ 2015 und damit eine Abschiebung in die interne Arbeitsagentur der Charité angedroht wurde, setzen wir uns zur Wehr und lassen uns das nicht gefallen.

Wir prangern an:

Unsere Be- und Überlastung sowie die vom Arbeitgeber tolerierend in Kauf genommene Schädigung unserer Gesundheit durch:

- zunehmende Arbeitsverdichtung und Arbeitsdruck
- Umstrukturierung der Zuständigkeitsgebiete und Übernahme mehrerer Stationen durch eine MDA
- keine oder keine angemessene Urlaubs- bzw. Krankheitsvertretungen
- hoher Anspruch an unserer Flexibilität durch Hin- und Herschieben der MDA, je nachdem wo sich eine Lücke auftut
- vermehrter Einsatz von Leiharbeiter*innen
- zusätzlich Aufwand durch Einarbeitung von Leih- bzw. administrativen Kräften
- z.T. arbeiten und leiden wir immer noch unter schlechten räumlichen Bedingungen

Empört Euch:

- Bei den Umstrukturierungsmaßnahmen werden wir als Beschäftigte nicht mit eingebunden!
- Nach Rückkehr aus dem Urlaub oder Krank sehen wir uns mit „Aktenbergen“ zur Nacharbeit konfrontiert!
- Als „Lückenfüller“ in fachfremden Bereichen kommt es vielfach zur Rechtfertigung gegenüber unserer Vorgesetzten bei entsprechendem Qualitätsverlust und somit zum Stressaufbau der MDA
- Häufig kommt es zur Verzögerung von Erlösen, da flüchtige oder gar Fehlcodierungen durch mangelnde Einarbeitung auftreten und wieder sind wir zu einer Rechtfertigung gegenüber unserer Vorgesetzten verpflichtet!
- Häufig arbeiten wir zusätzlich zu unserer Routinearbeit die Mängel der administrativen Kräfte auf!
- Mehrarbeit in Form von Überstunden werden aus Angst vor Repressalien nicht ausreichend dokumentiert und beanstandet!
- Wir haben hohe Ausfallzeiten aufgrund von Überarbeitung unserer Kolleginnen und Kollegen!
- Zusätzlich ist uns bekannt, dass aktuell Zeitarbeitsfirmen dringend MDA´s zum Einsatz in der Charité werben. Das erhöht bei uns den ohnehin schon seit Wochen bestehenden psychischen Druck aus Angst um unserer Arbeitsplätze und somit die Erhaltung unserer privaten Existenz!

Wir fordern:

- sofortige Rücknahme der Maßnahme: Keinen Personalabbau – sondern Personalaufbau im Sinne des Gesundheitsschutzes; auch mit dem Hintergrund das der Senat einen Aufbau der Krankenhausbetten plant und die Charité dadurch keinen geplanten Abbau vollziehen möchte
- Begrenzung und Transparenz bei Einsatz von Leiharbeit mit dem Ziel der Abschaffung zugunsten von Stammkräften!
- Einarbeitung und Ausbildung weiterer Urlaubs- und Krankheitsvertretungen!
- Beteiligung und Mitsprache der Beschäftigten bei den Strukturänderungen im Sinne einer Gruppe aus je 5 MDA´s pro Campus um in der aktuellen Krise die Verhandlungen mitzubegleiten!
- keine Urlaubssperre für 2015!

Wird bis zum 01.08.2014 kein Abstand von den angedrohten Maßnahmen genommen und werden unsere Forderungen bis dahin nicht erfüllt, werden wir unser Anliegen dem Aufsichtsrat der Charité sowie über die Gewerkschaft ver.di in den Petitionsausschuss des Abgeordnetenhauses Berlin einbringen.

Wir werden von nun an jede Woche an jedem Campus zu einer kreativen Pausengestaltung aufrufen, wenn unseren Forderungen nicht nachgekommen wird.

Wir rufen hiermit andere Berufsgruppen auf, Ihre Empörung und Ihren Protest über
unsere Not zu artikulieren!
Wir rufen hiermit unsere ärztlichen Kolleg*innen zur Solidarität auf!

BG_Info_07_14.pdf
(204,70 kB)


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