Das internationale Kinderhilfswerk „terre des hommes“ begrüßt die Forderung von ver.di an der Charité, die Personalbemessung an der Charité über einen Tarifvertrag zu regeln.
terre des hommes weist in einem offenen Brief an die Tarifverhandlungsparteien auf die internationale Bedeutung des Pflegenotstands in Deutschland hin.
Die Entwicklungshilfeorganisation zeigt sich besorgt darüber, dass vermehrt ausgebildetes Pflegepersonal und Ärzte aus Schwellenländern abgeworben werden, um dem Fachkräftemangel in Deutschland entgegen zu wirken.

Maike Jäger, Verhandlungsführerin der Gewerkschaft ver.di, zeigt sich erfreut über die Unterstützung von terre des hommes: „Mit einem Tarifvertrag zur Personalmindestbesetzung gehen wir einen wichtigen Schritt, um den Pflegeberuf in Deutschland wieder attraktiver zu machen. Es kann keine Lösung für den Fachkräftemangel in Deutschland sein, den Pflegenotstand einfach in andere Länder zu exportieren, indem ausgebildete Pflegekräfte von dort abgeworben werden. “
terre des hommes weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass „der Auslöser für die systematische Abwerbung von Pflegekräften aus ärmeren Ländern bei den immer schlechter werdenden Arbeitsbedingungen und der hohen Arbeitsverdichtung in der hiesigen Pflege zu suchen ist.“

In diesem Sinne sind sich ver.di und terre des hommes einig, dass eine bessere Personalausstattung in deutschen Krankenhäusern ein wichtiger Beitrag zur Stabilisierung der Gesundheitssysteme sowohl in Deutschland als auch in den Schwellenländern darstellt. Diese Einschätzung wird auch von der Arbeitgeberseite an der Charité geteilt.
Den offenen Brief von terre des hommes an die Tarifparteien finden sie unter
www.mehr-krankenhauspersonal.de/1325

(C) 2013 ver.di - Fachbereich Gesundheit & Sozialeszuletzt aktualisiert: 15.08.2017